Der Prozess

April 1988

Der Gemeinderat trifft einen folgenschweren Beschluss.

Was mit  diesem Beschluss ausgelöst wird, schreibt Geschichte!


Juni 1988
Klage vor dem BVG



Juli 1988
Ablehnung Eilantrag


Ablehnung Beschwerde


Juli 1988


Oktober 1988
Urteil des BVG


November 1988


November 1988


Februar 1989
Bayer. Verwaltungs­gerichtshof


Juni 1989






Juli 1989
Die Wende
Zwischenurteil


Februar 1990


Februar 1990
BVGH - Schlussurteil


Postwurfsendung
Monika Lang – Annelies Zunterer – Hella Wolf





             

Frauen haben das Wahlrecht zum Komitee und das Mit­wirkungsrecht im Passionsspiel nur, solange sie ledig und unter 35 Jahren alt sind!

Die Oberammergauerinnen nehmen diese Entscheidung nicht hin. Sie lassen nicht mit sich diskutieren und sie lassen sich nicht besänftigen. Sie fordern ihre Rechte ein und müssen dies vor Gericht tun...
Sie werden einen langen Atem brauchen.


Stellvertretend für viele Oberammergauer Frauen klagen Hella Wolf-Lang, Annelies Zunterer und Monika Lang vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht (BVG) gegen die Gemeinde Oberammergau auf Zulassung zur Komiteewahl und die Spiel­berechtigung für verheiratete Frauen und Frauen über 35 Jahre.


Ablehnung unseres Eilantrages auf Zulassung zur Komitee­wahl: das BVG erklärt sich nicht zuständig und verweist auf den zivilrechtlichen Weg.
Dagegen wird Beschwerde eingelegt.


Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes (BVGH): Die Beschwerde wird zurückgewiesen.


Bayer. Verwaltungsgericht:
Umstellung der Klage vom 21.6.88.


BVG - Urteil: Der Verwaltungsrechtsweg wird nicht eröffnet. Der Rechtsstreit wird an das Landgericht München II ver­wiesen.


Informationsabend in Oberammergau über den Prozessver­lauf.
Ein Einlenken der politischen Gremien erfolgt nicht.


Berufung beim BVG.


Die Klage beim Verwaltungs­gericht ist unzulässig.


Verhandlung vor dem Bayer. Verwaltungsgerichtshof.
Die Richter lassen klar und deutlich erkennen, dass die Klage auf dem Verwaltungsrechtsweg Aussicht auf Erfolg hat.

Die Frauen fordern zusammen mit Gemeinderat Buchwieser den Bürgermeister dringend auf, dem Ratschlag des Gerichtes nachzukommen. Bürgermeister Fend sagt zu, und unternimmt nicht.


Das Urteil des Bayer. Verwaltungsgerichtshofes vom Okt. 88 wird aufgehoben. Der Verwaltungsrechtsweg für die Klage ist eröffnet.


BVGH - mündliche Verhandlung


"Es war rechtswidrig, die Klägerinnen von der Wahl des Passionsspielkomitees auszuschließen. Die Gemeinde muss den Klägerinnen das Mitwirkungsrecht an den Passions­spielen einräumen."


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Die Folge davon

1008 Frauen aus Oberammergau werden mitwirkungsberechtigt

Alle Mühen wurden belohnt!

So sehen glückliche Sieger/innen aus.



























Fazit



Zeit für eine Frauenliste


Aufstellungsversammlung
Logisch:
Die Gründung der
FRAUENLISTE
OBERAMMERGAU

 

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Von links: Heino Buchwieser, Monika Lang, Rechtsanwalt Manfred Wölke, Annelies Zunterer, Christian Stückl, Hella Wolf-Lang, Maria Blaschke, Brigitte Kemper, Christiane Raab, Lisa Kreitmeier


Am Ende stand nicht nur der Erfolg. Auf dem Weg dorthin wurde die Frauenliste gegründet. Frauen wollen sich zukünf­tig politisch einmischen, mitreden und dabei sein, wenn über ihre Belange entschieden wird.


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Aufstellungsversammlung - Die erste Frauenliste Dezember 1989

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